Reisebericht Nr. 10 – Der muehselige Weg aus Oslo

3. Juli 2012, 6 Kommentare

Nachdem wir gestern einen so positiven Artikel ueber Gastfreundschaft gepostet haben, mussten wir heute die negative Seite vom Trampen kennenlernen.

Nachdem wir noch in Oslo den Vigelandpark besuchten und uns dort Skulpturen des Kuenstlers Vigeland anschauten,

     

stellten wir uns an einen eigentlich guten Kreisverkehr vor der Innenstadt von Oslo und wollten in Richtung Schweden, nach Karlstad, trampen. Nach erst einer Stunde nahm uns ein Bulgare mit, der leider schlecht Englisch sprach und uns leider auch in die falsche Richtung mitnahm. Er war dann aber sehr nett und machte extra einen Umweg, sodass wir uns erneut positionieren konnten. Nun standen wir an der Haupstrasse, die wir nach Schweden nehmen wollten, allerdings nur ca. 10 km von unserem eigentlichen Startpunkt entfernt. Hier hielt nach etwa 20 min ein Fischtransporter (ja, es stank bestialisch), der uns weitere „sage und schreibe“ 15 km mitnahm und an einer Bushaltestelle absetzte. Dieser Platz war der bis dahin beste zum Trampen, so dachten wir. Als uns nach etwa einer weiteren Stunde immer noch kein Auto von dieser viel befahrenen Strasse mitgenommen hatte, liefen wir ein Stueck die Strasse entlang, weil Johan stark angenervt war. Wir endeten an einem weiteren guten Platz und warteten hier wieder eine Viertelstunde. Da die Hauptstrasse kurz nach unserem Standort zur Autobahn wurde, wechselten wir mal wieder und wanderten sie ein Stueck entlang zu der folgenden Autobahnauffahrt. Leider war die soo wenig befahren, dass uns auch hier erneut keiner mitnahm. Nach weiteren 20 min machten wir eine Pause am nahegelegenen Campingplatz, ruhten uns bei einer Tasse Kaffee von den Strapazen aus und gingen zum wiederholten Male zu der Autobahnauffahrt. Wir sagten uns, dass wir nun so lange warten wuerden, bis endlich ein Auto anhielte und wenn es 3 Stunden dauern wuerde.

Nach etwa 20 min wurden wir von einem BMW-Fahrer erløst, der uns ein paar Kilometer mitnahm. Pløtzlich war Trampen kein Problem mehr und wir wurden immer wieder schnell aufgesammelt. In Schweden angekommen erschien uns der erste Supermarkt in diesem „Low-Cost-Country“ 😉 wie ein Paradies. Nachdem wir uns mit Nahrungsmitteln eingedeckt hatten, mussten wir auch nicht mehr lange auf unsere letzte Fahrerin warten. Elisabeth fuhr mit ihrer kleinen Tochter und deren Freundin bis kurz vor Karlstad. Als sie erfuhr, dass wir noch keine Uebernachtungsmøglichkeit haben, bot sie uns an, neben ihrem Ferienhaus zelten zu kønnen. Das Beste daran: Das Ferienhaus steht auf einer kleinen Insel, zu der wir mit ihrem Boot uebersetzten.

                    

Dort liessen wir den Tag mit unseren ersten alkoholischen Getrænken im Norden ausklingen.

Ausserdem brachten uns die beiden  Mædels endlich das Angeln bei.

     

Wir benutzten dazu die Køder, die wir zur Hochzeit von Johans Tante und Onkel bekommen hatten. Dass man mit diesen Fische fangen kann, hætte Johan fast bewiesen. Leider sprang der Fang im letzten Moment vom Haken. Aber dadurch wollten wir uns diesen traumhaften Abend auf unserer Insel nicht vermiesen lassen und geniessen jetzt gerade bei Kerzenschein einen tollen Ausblick auf den See. (Es ist jetzt 00:40 und der Horizont leuchtet Orange von der untergehenden Sonne.)

6 Antworten zu “Reisebericht Nr. 10 – Der muehselige Weg aus Oslo”

  1. Der Stephan sagt:

    Soo, ich habe mich flux mal wieder auf den aktuellen Stand gebracht und die Berichte 8, 9 und 10 verschlungen. Wie immer toll zu lesen/gucken. Weiter so!

    Besonders diese kleine Insel samt des herrlichen Wetters hat es mir angetan. Genießt die Zeit! Dann klappt’s auch mit dem Fischen 😉

  2. Schickser sagt:

    So neigt sich ein Tag am Ende doch zum Guten…

    Wie klappt es eigentlich immer mit der Kamera und den Fotos? Reicht es immer aus bei Gastgebern alles aufzuladen und dort ggf. an einen Computer zum Hochladen der Bilder zu kommen oder habt ihr auch schon andere Möglichkeiten genutzt?

    • johananni sagt:

      Leider können wir ja von unserem Smartphone aus keine Bilder hochladen und nur Texte schreiben. Deshalb fuehren wir den Blog in so unregelmässigen Abständen weiter. Aber es klappt erstaunlich gut unsere Handies bei Gastgebern aufzuladen. Meist können wir auch deren Computer nutzen und dort Bilder von der Kamera hochladen. Ich (Nanni) sitze gerade in Karlstad in der Bibliothek am PC. Das funktionierte bisher in jeder Stadt. Ansonsten gibt es hier in jedem Cafe WiFi. Mal sehen, wie das in den baltischen Ländern klappt.

  3. Elisabeth sagt:

    Thank you for your vistit! And, as I said, for a new experience. I’m never the first to talk to strangers – and this time I actually brought them home….

    I wish you a pleasent journey, and will give my recomandations to anyone who asks for it.

    The island seems somehow empty without your tent 🙂

    Elisabeth

    • johananni sagt:

      Thanks, Elisabeth! This was a very special and incredible experience for us. And still in Karlstad we are thinking about your island! Would have been very nice to get to know your whole family. 🙂
      Greats to your husband: You are a very smart woman.
      And greats to your boss: You did a good job!
      Hugs to the girls!
      Johan & Nanni

  4. Ania sagt:

    Hallo! Wenn ich Eure Berichte lese, bekomme ich Fernweh 🙂 Echt cool, welche Leute Ihr während eurer Reise kennenlernt und wo auch der Zufall hinverschlägt….!

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