Reisebericht Nr. 54 – Pilgergedanken beim Trampen

29. März 2013, 2 Kommentare

Gestern wollten wir eigentlich noch einige Kilometer mit unseren Pilgerfreunden wandern. Doch verließen wir unsere Unterkunft erst so spät, dass wir befürchteten, es heute nicht mehr bis zur Raststätte Richtung Süden zu schaffen. Also beschlossen wir direkt auf der Straße von Dorf zu Dorf Richtung Autobahn zu laufen und den Daumen herauszuhalten, wenn eines der wenigen Autos in der Gegend vorbeifuhr.
Wie es immer so ist: Rechnet man mit wenig Erfolg, lässt dieser nicht lange auf sich warten. Schon das fünfte Auto hielt an und brachte uns in das schöne Dörfchen Cenves, während wir mit dem Fahrer darüber witzelten, wer von uns die schlimmeren Killer wären.
Kaum hatte er uns abgesetzt, hielt schon das nächste Auto nach einigen gelaufenen Kilometern an. In Windeseile und mit drei ENGLISCHSPRECHENDEN Franzosen gelangten wir zu der Raststätte, wo wir heute früh zu sein gehofft hatten.
Bis vor die „Haustür“ brachte uns der dritte, so dass wir dieses Mal noch nicht mal über Maisfelder stapfen und Zäune erklettern mussten.
Während wir nun in dem fünften Auto sitzen und nach wenigen französischen Sätzen die Unterhaltung pausiert, haben wir Zeit unser einwöchiges Pilgererlebnis zu überdenken.

Wir würden wohl immer noch als Fernwanderung die Alpenüberquerung von München nach Venedig der bisher erlebten Frankreichdurchquerung vorziehen. Doch hat das Pilgern seinen ganz eigenen Reiz. Man trifft viele Leute, die einem zulächeln und zuwinken und Pilgern im Allgemeinen weiterhelfen wollen. So übernachteten wir bei einem älteren Mann in einer alten Pastorenwohnung und durften so viel bezahlen, wie wir wollten. Auch bei den Schwestern im Kloster hätten wir kostenlos schlafen dürfen.
Leider hatten wir nicht genug Zeit um uns den Ort und die Messe in Taizé anzuschauen, die ihren ganz eigenen Reiz haben soll. Möglicherweise hätten wir dort noch andere Pilger getroffen. Das ist es wohl auch, was diese Wanderung ausmacht. Die Begegnung mit anderen Pilgern und ihren Ansichten.

Wir sind froh und dankbar, dass wir nun einige Tage mit unseren früheren Wanderfreunden mitlaufen durften. Und wir freuen uns jetzt schon auf eine erneute Zusammenkunft in einigen Wochen.

Nun endlich auch einige Fotoeindrücke der letzten Tage:

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2 Antworten zu “Reisebericht Nr. 54 – Pilgergedanken beim Trampen”

  1. Anne sagt:

    Danke für das Kompliment zu meinen Fotos, aber das kann ich gerne an euch zurückgeben, denn eure Fotos sind ebenfalls richtig „pitoresques“! Und solche Schnappschüsse kann man auch nur machen, wenn man Genusswander ist, wie ihr es angeblich seid.
    Jetzt wünsch ich euch Wärme mit Sonne und nicht so wie bei uns unerwartet auf der Höhe hohen Schnee (die Leute fahren noch Ski!) mit gesperrten, weil vereisten, Wegen, die wir eigentlich erwandern wollten.
    Schöne Grüße auch an Gitta und Hans auf Mallorca!

  2. Uli sagt:

    Es ist wirklich schön das alles zu lesen und die tollen Bilder von euch/dem Trip zu sehen. Am meisten freue ich mich jedoch, das alles wieder aus erster Hand zu erfahren. Bis Juni 😉

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