Reisebericht Nr. 7 – Die erste Bergtour / Der Kønig von Fusa

22. Juni 2012, 9 Kommentare

Wir haben in den letzten 4 Tagen viel erlebt. Deshalb als Erstes eine kurze Zusammenfassung:

Aufgrund des guten Wetters entschlossen wir uns kurzfristig zu einem Trip in die Berge rund um Bergen. Wir gingen in die Wanderinformation und liessen uns eine wunderbare Tour zeigen.

Als erstes erklommen wir die beiden Hausberge von Bergen, den Fløyen und den Ulriken.

Die erste Nacht verbrachten wir bei Sturm und Regen an einem wunderbaren See in der Næhe einer kleinen Huette. Das Wetter wurde am zweiten Tag besser und wir stiegen tatsæchlich aus den Wolken hinab ins Tal. Als wir den næchsten 600m-Aufstieg auf den Livarden geschafft hatten, genossen wir eine einmalige Aussicht auf die westlich liegenden Fjorde und das Meer am Horizont.

Der dritte Tag ermøglichte uns den schønsten Anblick. Wir bestiegen den mit 987 m høchsten Berg unserer Tour im Schnee und sahen um uns herum sowohl  Seen als auch das Meer und viele andere schneebedeckte Berge.

Der Abstieg war wirklich anstrengend. Diese wunderbare Tour endete an einem Wanderparkplatz, von dem aus wir nach Fusa trampten. Dort landeten wir im Paradies: Wir klingelten bei Lasse und Sigrund und fragten, ob wir in ihrem Garten schlafen kønnten. Doch durften wir sogar bei ihnen zum ersten Mal seit drei Tagen duschen und wurden anschliessend mit Lachs bei Kerzenschein verwøhnt, bevor wir im Gæstezimmer næchtigten.

 

Nun ein ausfuehrlicherer Bericht mit weiteren Bildern:

Wir erkundigten uns in der Wanderinformation in Bergen ueber eine schoene Tour in den Bergen. Der nette Mann dort gab uns einige Tipps und zeichnete die Route auf der Karte ein mit den Worten: „Ihr seid Experten, weil ihr leichte Rucksæcke habt. Ihr werdet am Mittwochmittag an dieser Bushaltestelle sein. Dann kønnt ihr den Bus nach Sunndal nehmen und dann dort noch weitere anderthalb Tage weiterwandern.“ Leider waren wir nicht am Mittwochmittag an besagtem Parkplatz, sondern mit Ach und Krach am Donnerstagabend:)

Die næchsten Fehleinschætzungen ging auf unser eigenes Konto. Wir waren spontan am Dienstagabend auf unsere Wanderung gestartet, weil im Internet das Wetter fuer die darauffolgenden Tage gut und warm vorhergesagt war. Leider mussten wir uns die Nacht bei eisigem Wind (der aufgrund eines unguenstig gewæhlten Zeltplatzes durch unser Zehlt wehte) und zeitweisem Starkregen um die Ohren schlagen.

Vor der Wanderung kauften wir Lebensmittel ein, mit denen wir 3 Tage hætten ueberleben kønnen und schon am Morgen des zweiten Tages waren wir wieder fuer kurze Zeit in der Zivilisation.

Wir wæhnten uns gluecklich, dass es aufgrund der niedrigen Temperaturen keine Muecken auf den Bergen gab. Doch wir hatten die Rechnung ohne die tausend Fliegen gemacht, die uns beim zweiten Anstieg verfolgten. Wir kamen uns vor wie zwei Kuehe im Kuhstall. Aber ab 500m Høhe hatten wir auch diese Schwierigkeit hinter uns gelassen.

Doch wir hatten nicht nur unter unseren falschen Vorstellungen zu leiden, sondern genossen auch viele Vorzuege der einmaligen norwegischen Fjordlandschaft. Es ist eine einmalige Erfahrung keine zeitliche Begrenzung wegen des Sonnenuntergangs zu spueren. Um 6 Uhr abends fuehlten wir uns, als hætten wir noch den ganzen Tag Zeit. In der Tat wurde es nachts auch nie wirklich dunkel.

Die zweite, wesentlich wærmere Nacht verbrachten wir auf einem Hochplateau, von dem aus wir am næchsten Morgen einen tollen Blick genossen. Am letzten Tag wanderten wir durch eine herrliche Schneelandschaft zum hoechsten Punkt unserer Tour, dem Gullfjelltoppen mit 987m.

Der Abstieg von diesem war zu Anfang eine Riesengaudi, weil Johan die steilen schneebedeckten Abhænge dazu nutzte, nur mit seinen Wanderstiefeln Ski zu fahren.

Der Rest des Abstieges war deutlich anstrengender und wir waren froh, als wir den Parkplatz erreichten. Nach 3 Tagen ohne eine Dusche und mit sichtlich dreckigen Hosen und Schuhen wollten wir wieder in die Zivilisation trampen. Nach nur 2 Minuten hielt ein Geschæftsmann in einem nigel-nagel-neuen Peugeot Hybrid und fragte uns, wo wir hinwollten. Wir sagten: „Dort wo du hinfæhrst.“ So landeten wir in dem schønen Dorf Fusa. Hier gingen wir von Tuer zu Tuer und fragten, ob wir im Garten unsere Zelt aufbauen kønnten. Das schønste Haus mit dem tollsten Blick ueber den Fjord war ein Volltreffer. Lasse und Sigrund nahmen uns so herzlich auf, dass wir uns – auch dank eines eigenen Zimmers – bald wie zu Hause fuehlten.

Wir genossen den heutigen Freitag als Erholung fuer unsere Fuesse und erhielten von unseren beiden Gastgebern eine Fuehrung zu den schønsten Ecken von Fusa.

Bei der Liebe zu ihrem Dorf wurde uns klar, warum Lasse und Sigrund die selbsternannten „King and Queen of Fusa“ sind. Wir haben bei ihnen eine wunderbare Zeit verbracht und wollen uns mit folgenden norwegischen Worten bedanken: „Takk for den fantastiske verten.“

 

9 Antworten zu “Reisebericht Nr. 7 – Die erste Bergtour / Der Kønig von Fusa”

  1. Schickser sagt:

    Nice, nice… Bei den Bildern fehlt hier ein „Like“ Button… 😛 Schön, wenn man so nette Leute kennenlernt… Da weiß man dann auch eine gute Dusche zu schätzen, was…

  2. Janni sagt:

    Hallo ihr zwei ,

    Oder seid ihr inzwischen zusammen gewachsen ??? Beim lesen kommt man ins trauemen….. Bitte schreibt fleissig weiter

    Liebe gruesse aus dem ebenfalls eher kuehlen DO

  3. Gitta sagt:

    Wie schön, da bekomme ich auch sofort Lust zu wandern! Aber ich freue mich auch, wenn ich höre, dass ihr so nette Leute kennengelernt habt, die euch ein Zimmer als Herberge angeboten haben.
    Wie sprecht ihr mit denen, auf Englisch oder?

    Gerade spielen die Spanier gegen die Franzosen. Es steht noch 1:0 für Spanien.

  4. Juliane sagt:

    Schön von euerer doch aufregenden Wandertour mit vielen Ereignissen zu hören! Die Kurzstory hört sich auf jeden Fall positiver an, als die Lange 😉
    Aber jetzt wisst ihr ja wo man zelten sollte und wo nicht und wie viel Essen Johannes braucht, gehe mal davon aus, dass der den Vorrat schneller geschmälert hat 😉

  5. Mareen sagt:

    Ich bekomme totales Fernweh, wenn ich eure Berichte lese. Neid, Neid, Neid…wünsch euch weiterhin gaaaanz viel Spaß und tolle Erlebnisse!

  6. Lasse the king sagt:

    Hallo!
    Wir haben euch vermisst letzte Nacht. Es war still im Haus, und wir darüber nachdenken, wie Sie gefunden Ihr Platz zum Schlafen Samstagabend. Wir kamen nach Hause in der Zeit 20,00 Sonntag. Hoffe, Sie senden uns ein paar Worte entweder auf Facebook oder auf unserer E-Mail, wenn Sie Zeit haben ..
    Wir haben immer eine großartige Zeit für junge Menschen aus Deutschland .. Wir hatten ein paar gute Tage mit Ihnen und Sie sind willkommen zurück in eine andere Zeit Fusa .. Gute Fahrt noch!. Wir begleiten Sie auf dem Internet.

    Umarmungen von Lasse und Sigrun

  7. Holleradihö sagt:

    Da hätte ich als faules Fußvolk aus dem Flachland doch beinahe vergessen, dem wahren König der Berge, dem King of Hemmerde und Roi d`Unna zum Namenstag zu gratulieren und einen wunderschönen Tag zu St. Johannes zu wünschen. Aber es ist noch nicht zu spät, auch wenn es hier schon dunkelt. Ich hoffe, bei dir in Voss ist das Wetter königlicher als bei uns an der Ruhr. Weiterhin viel Glück!

  8. Rascha sagt:

    yes das ist mal ne tour!! ich wünsche euch weiterhin viele tolle erlebnisse und bekannt- und landschaften!
    hansi??? 😀 ist das dein ernst, dass du keinen rasierer mitgenommen hast??

  9. johananni sagt:

    Das ist schon so richtig. Wofür brauche ich einen Rasierer, wenn ich eh weg bin. Vielleicht leihe ich mir deinen aus, wenn ich bei euch bin.

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