Fazit des Reisejahrs

9. August 2013, 2 Kommentare

Als Fazit haben wir einige Fragen zusammengestellt, die euch interessieren könnten und die uns teilweise schon so gestellt worden sind:

Welches Land hat euch am besten gefallen?

Ein Land zu benennen macht für uns keinen Sinn, da jedes Einzelne seine hellen und dunklen Seiten besitzt. In jedem Land durften wir Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft der Einwohner erfahren. Besonders gut haben uns unsere Wanderungen an der Costa Brava, in Cornwall und die Alpenüberquerung gefallen. Aber oft beeindruckten uns die kleinen Dinge, die uns nach einer Durststrecke des Backpackerlebens wieder aufmunterten. (Ein Gurkensalat, ein zufälliges Wiedertreffen unserer Wandergefährten, ein gutes Gespräch…)

Wo würdet ihr gerne nochmal hinfahren?

Trotz des fehlenden „besten Landes“ gibt es noch einige Orte, die auf unserer Liste stehen. Da im Juni auf Norwegens Bergen noch Schnee lag, werden wir für eine längere Wanderung in den Höhen noch einmal zurückkehren.
Leider verhinderte das schlechte Wetter in den Dolomiten die beeindruckenden Blicke auf die Bergspitzen. Auch hier ist Nachholbedarf.
Außerdem hatten wir noch keine Möglichkeit die julischen Alpen in Slowenien und das Velebitgebirge in Kroatien zu erkunden. Insgesamt beeindruckte uns die Küste Kroatiens so sehr, dass wir sie möglichst ohne Touristenandrang wieder besuchen würden.
Die Liste ließe sich endlos erweitern. Froh sind wir, dass wir immerhin Elisabeth in Schweden nochmal besucht haben.

Wann habt ihr euch mal unwohl gefühlt?

Eine solche Reise ist immer ein Auf und Ab, so wie das „echte“ Leben auch, nur in viel engeren Abständen. Wenn ich, Johan, nach einer langen Zeit des Wartens bei Trampen schnell schlecht gelaunt wurde, ist dieses Gefühl schnell wieder verflogen, wenn wir dann von einem Autofahrer einige hundert Kilometer mitgenommen wurden. Unwohl fühlten wir beide uns bei Gastgebern, denen wir dankbar sein wollten, es uns aber schwer fiel dem teils stundenlangen Redeschwall aufmerksam zuzuhören. Einen Durchhänger erlebten wir auch als wir nach einem Monat Wanderung in Venedig ankamen und nicht wussten, was wir machen sollten. Auch das legte sich dann nach einiger Zeit und wir entschieden uns in Slowenien auf dem Bauernhof zu arbeiten, was uns (im Vorhinein) eine gute Motivation gab weiter zu reisen. Es gab natürlich auch Dinge die uns nervten, z.B. die teuren Preise in den Hauptstädten oder die Autofahrer, die uns beim Trampen wie Bettler ansahen. Aber das wiederum lässt die freundlichen Menschen und glücklichen Fügungen umso positiver erscheinen.

Welche Tipps würdet ihr geben?

Reduziert bei einer Reise das Gepäck auf das Wesentliche! Wir hatten inkl. Zelt nur ein Gewicht von ca. 10 kg (ohne Essen und Wasser). Habt Vertrauen und seid offen für die Menschen, die ihr trefft. Aber gebt auch Grenzen zu erkennen, wenn es nicht weiter gehen soll. Überlegt euch, was auf einer Reise wichtig ist und gestaltet sie dementsprechend (so haben wir und im letzten Monat gegen das Trampen nach England entschieden).

Inwiefern hat euch die Reise verändert?

Besonders auf Wanderungen hat man viel Zeit über sich selbst nachzudenken. Durch den Verzicht auf Luxus wurde uns bewusst was glücklich macht und uns im Leben wichtig ist. Die Grenzerfahrungen, die wir auf dieser Reise machten, halfen uns uns besser (auch gegenseitig) kennen zu lernen. Aber auch die Menschen, die wir auf unserer Reise treffen durften, gaben uns gute Denkanstöße. So lasen wir besonders inder 2. Hälfte immer wieder Bücher und führten auch mit unseren Freunden Sebi und Erika Diskussionen über unsere Werte und Ziele im Leben. Uns ist klar geworden, das wir immer wieder an uns selbst, unseren Werten und Zielen arbeiten müssen, um den Überblick über unser aufregendes Leben zu behalten.

Was hättet ihr im Nachhinein anders gemacht?

Wir hätten nichts geändert, weil sich nur so die Reise als Ganzes zusammensetzt. Hätten wir nur einen ganz kleinen Teil der Reise geändert, wäre alles völlig anders verlaufen und das würden wir nicht wollen. Der Leerlauf, den wir zwischendurch spürten, zeigte uns, dass wir Menschen sind, die sich nicht immer nur ein Lebein in der Gegenwart und dem Augenblick vorstellen können. Offensichtlich macht es uns glücklich, wenn wir uns auch langfristige Ziele setzen und etwas aufzubauen können. Zur Erholung würden wir in Zukunft jedoch eher Reisen einlegen, die nur einige Monate andauern. So hätten wir genug Zeit für tolle neue Erfahrungen, könnten aber die Eindrücke und Ideen schon schneller verarbeiten und umsetzten.

2 Antworten zu “Fazit des Reisejahrs”

  1. tine sagt:

    Schade, dass das Jahr so schnell umgegangen ist.

    Es war immer schön, Euch am Bildschirm zu folgen 🙂

    LG
    Tine

  2. Christof sagt:

    Hallo johananni,

    finde es auch schade, dass Eure Tour vorerst (nach der Tour ist ja bekanntlich vor der Tour ;)) endet! Habe hier immer gerne reingeschaut.

    Besonders schön fand ich natürlich, dass wir uns letztes Jahr auf der Alpenüberquerung kennengelernt haben und so viel Positives zusammen erlebt haben.

    Alles Gute Euch beiden für den neuen Lebensabschnitt in (wahrscheinlich) Rosenheim.

    Liebe Grüße,

    Christof

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