Reisebericht Nr. 53 – Plötzlich auf dem Jakobsweg

27. März 2013, Keine Kommentare

Durch unseren ausgefallenen Flug, der nach Palma gehen sollte, erhielt unser Reiseschicksal eine glückliche Fügung. Leider stellte sich nur der Start in unser Pilgerglück als gar nicht so leicht heraus. Mit Annika und Reinhard, die wir aus den Alpen kannten, hatten wir uns in Beaune verabredet. Wir hatten allerdings nicht erwartet, dass die Anreise per Anhalter so langwierig sein würde. Dieses Mal benötigten wir fast den ganzen Tag, um bis zu der richtigen Raststätte an der Autobahn zu gelangen. Von dort aus ging es dann – oh Wunder – in wenigen Stunden nach Beaune.

Das Wiedersehen mit den beiden und Freundin Veronika war fröhlich und herzlich. Nach einer kleinen Besichtigungsrunde durch die charmante Altstadt ging die Wandertour endlich los. Wow, wir fühlten uns direkt wie echte Pilger! Allerdings hatten wir zunächst noch mit ein paar Wehwehchen zu kämpfen, die die beiden Profis nach fünfeinhalb Wochen schon längst überwunden hatten.

Nanni begeisterte sich für die kleinen französischen Dörfer. Genauso hatte sie sich die Pilgerlandschaft vorgestellt, wenn sie Hapes Buch gelesen oder einen der vielen Filme (wie The Way) gesehen hatte. Eigenartig war nur die Tatsache, dass man in den kleineren Dörfchen, die teilweise nur aus 5 Häusern bestanden, wirklich niemanden auf der Straße sah.

Johan kam auf den Pilgergeschmack, als es etwas bergiger wurde und sich (vor allem gestern und heute) bei jeder Kuppe neue Aussichten boten. Allerdings hatten wir nicht nur sehr niedrige Temperaturen, sondern auch eine sehr schlechte Sicht. Doch heute zeigte sich gen Mittag die Sonne und eröffnete uns wundervolle Blicke auf grüne Hügel im Umland!

Eine Pilgererfahrung für sich waren auch die Unterkünfte, die den anderen teilweise verwehrt blieben, weil sie mit Hündin Sira unterwegs sind. So wurden wir im Dorf St. Desert tatsächlich in einem Kloster aufgenommen.. Wir streckten der Schwester sofort unsere Trauringe entgegen, um ein Zweierzimmer zu erhalten. Das erhielten wir auch und mangels Fernseher fielen wir sofort in unsere Betten, bis wir am nächsten Morgen von engelsgleichem Gesang geweckt wurden.

Auf dem ganzen Weg hatten wir das Gefühl, dass die wenigen Menschen, die wir trafen, den Pilgern wohlgesonnen waren. Zum Beispiel fand in einem Dorf ein Wettlauf statt, wobei die Teilnehmer mit Getränken und Snacks versorgt wurden. An diesem Essensstand wurden wir reichlich bewirtet, während wir halb englisch halb französisch erklärten, wo wir herkamen und wie lange wer von uns schon unterwegs war.

Jaja, die gute Sprachbarriere überwanden wir vor allem durch Veronika, die oft vermittelte und von der sich Nanni gleich die Konjugationen von ‚können‘ und ’sein‘ beibringen ließ.

Nun haben wir uns gerade warm gelaufen und werden die lieben Wanderfreunde wieder verlassen, da wir auf Mallorca verabredet sind. Dort soll zumindest das Wetter besser sein. Vielleicht können wir dann auch endlich wieder Bilder hochladen.

Ansonsten müsst ihr euch zunächst mit den Bildern unserer Wanderkumpanen begnügen:

http://opaundafrikapilgern.jimdo.com/

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