Reisebericht Nr. 82 – ein Ausflug in die Vergangenheit

4. Mai 2013, 1 Kommentar

Nachdem uns um 6 Uhr ein hässlicher Klingelton aus dem IPad weckte, packten wir unsere Sachen und liefen zur benachbarten Gite, um mit Annika, Reinhard und Sira zu frühstücken.
Um 8 Uhr ging’s los und wir hatten nach 2 entspannten Tagen mit jeweils gut 15 km mal wieder fast 25 vor der Brust.
Nachdem ich, Johan, gestern nach 15 km schon echt kaputt war, fühlte ich mich heute deutlich besser. Nach ca. einer halben Stunde kamen wir nach Larressingle. Dies war eine Bastide, ein befestigtes Dorf mit einer Wehrkirche umgeben von Häusern, deren Rückseite aus der vollständig erhaltenen Stadtmauer bestanden. Gebaut wurde dies Ende des 13. Jahrhunderts im hundertjährigen Krieg.

Direkt danach überquerten wir die Osse auf einer mittelalterlichen Brücke, die damals zum Bistum Compostella gehörte. Sie wurde gebaut, um Pilgern einen Weg über den Fluss zu ermöglichen. Diese Brücke möchte ich mal zum Anlass nehmen etwas über die Geschichte des Pilgerns zu schreiben:
Früher pilgerten Menschen, die tiefgläubig waren, Leute, die etwas verbrochen hatten und Buße tun mussten. Es gab auch Leute, die im Auftrag für andere pilgerten. In alten Zeiten war Pilgern sehr gefährlich, denn sie wurden in den Wäldern oft ausgeraubt und das obwohl sie eigentlich gar nichts hatten. Es war die Pflicht eines Bürgers der am Wege wohnte, dem einsamen Pilger ein Nachtlager zu geben und sie zu verpflegen. Auch diesen Brauch gibt es heute noch. Dort wo an einem Briefkasten ein Muschelzeichen klebt, können Pilger die Hilfe brauchen, anklingeln und es wird ihnen geholfen, ein Schlafplatz oder Essen angeboten.
Mehr Informationen zur Historie findet ihr sicherlich bei Wikipedia.

Wo wir schon bei tiefgläubigen Pilgern sind. Wir haben einen getroffen, der ununterbrochen die Hände gefaltet hatte um zu beten:

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Er hatte übrigens Erdnüsse in den Händen…

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Nach der alten Brücke wanderten wir bis Montreal, wo wir unter Arkaden eine wohlverdiente Pause machten, um die letzten 8 km zu unserer Gite zu laufen, die von einem Deutschen geführt wird, der angeblich gut kocht.

Und tatsächlich. Wir wurden total nett von Fritz empfangen, der selber Hundepilger war und schon über 5000 km gepilgert ist. Er hat uns total lecker vegetarisch bekocht und wir bezahlten für eine Halbpension und Zelten soviel wie man sonst für ein einfaches Zimmer ohne Essen bezahlt. Es ist schön bei einem Pilger zu schlafen, der weiß, was man möchte und uns noch ein paar Tips gegeben hat.

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Eine Antwort zu “Reisebericht Nr. 82 – ein Ausflug in die Vergangenheit”

  1. Schickser sagt:

    Bis nach Montreal, das war ja mal ne ordentliche Strecke… 😛

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